
Regenbogenfotoshooting mit Hund
Nadine & Koda
Weil unsere Zeit nicht ewig währt
Nadine schrieb mir eine dringende Nachricht. Koda wird langsam alt und krank, und sie möchte nicht den Moment verpassen, an dem man noch schöne Fotos mit ihm gemeinsam machen kann.
Koda ist Nadines absoluter Seelenhund. Die beiden gehen durch dick und dünn, machen jeden Spaß zusammen, und man merkt einfach, wie wichtig er für sie ist.
Nachdem ich Nadine geantwortet hatte, kam eine Woche nichts. Das kommt schon mal vor. Manche Menschen überlegen es sich dann doch anders, ein Shooting kommt nicht mehr in Frage, oder vielleicht haben sie einen anderen Fotografen ausgewählt.
Gott sei Dank habe ich bei Nadine nochmal nachgehakt. Wie sich herausstellte, war meine Nachricht nur im Spam-Ordner gelandet. Das Shooting war dringender denn je, weil Koda am Wochenende in der Klinik war und nicht mehr aufstehen konnte. Zum Glück hatte sich sein Zustand wieder stabilisiert, also haben wir spontan einen Termin vereinbart.
Nadine und Koda kommen aus Mülheim an der Ruhr und haben für das Shooting drei Stunden Anfahrt auf sich genommen. Was für eine Ehre.
Wie war das Shooting?
Wir haben vorab telefoniert und eine Location gewählt, an der Koda nicht weit laufen muss. Viel Abwechslung auf kleinem Raum, Ruhe, und Wald, weil die beiden dort die meiste Zeit miteinander verbringen.
Beim Shooting haben wir uns sehr viel Zeit gelassen, immer wieder Pausen gemacht und Koda ganz spielerisch in die Bilder einbezogen. Kein „mach mal Sitz“, kein „geh mal dort lang“, und vor allem kein „halt mal still“. Denn Koda mag zwar alt sein, aber er ist immer noch neugierig und aktiv, nur halt in seinem Tempo. Für die kleinen Wege zwischen den Spots konnte er immer wieder in seinen Buggy einsteigen.
Was mir besonders nah gegangen ist: Koda mochte mich. Nadine sagte, das sei bei weitem nicht selbstverständlich, ihr Hund merke genau, ob jemand ein echter Hundefreund ist. So ein schönes Kompliment.
Wir fotografierten bis die Sonne unterging.
Eine Woche später trafen wir uns bei mir im Studio zur Bildauswahl. Nadine fand die Bilder wunderschön und entschied sich für ein gerahmtes Fotoalbum.



Was ist ein Regenbogenshooting?
Ein Regenbogenshooting ist ein Fotoshooting für Hunde, die alt oder krank sind und deren Zeit mit ihren Menschen sich dem Ende nähert. Der Begriff kommt von der Regenbogenbrücke, die in der Hundegemeinschaft als Symbol für den Tod eines geliebten Tieres steht.
Es ist kein trauriges Shooting. Es ist ein bewusster Moment, in dem man festhält, was da ist, solange es noch da ist. Die Verbindung, die Persönlichkeit des Hundes, die gemeinsamen Blicke. Bilder, die bleiben, wenn der Hund irgendwann nicht mehr da ist.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein Regenbogenshooting?
Das ist die Frage, die ich am häufigsten höre. Und die ehrliche Antwort ist: dann, wann du dich danach fühlst!
Sicherlich sollte es deinem Hund nicht so schlecht gehen, dass er ein Shooting nicht mehr schaffen würde. Aber meine Regenbogenfotoshootings sind speziell auf alte und kranke Hunde ausgerichtet, sodass wir viele Pausen machen, von deinem Hund wenig bis gar nichts verlangen, er nicht weit laufen muss und einfach er selbst sein darf, in seinem Tempo und so wie er mag.
Trotzdem wird irgendwann der Tag kommen, an dem es zu spät ist und das sollte man bei der Planung wirklich im Hinterkopf behalten.
Zwischen Nadines erster Nachricht und unserem Termin lag ein Klinikaufenthalt für Koda. Wir hatten Glück, dass es noch möglich war.
Wer wartet, bis der Hund wirklich am Ende ist, riskiert, dass das Shooting körperlich zu viel wird. Dann sind alle gestresst, der Hund ist erschöpft, und die Bilder zeigen nicht mehr das Tier, das man kennt und liebt.
Behind the Scenes



Wie läuft ein Regenbogenshooting ab?
Genauso wie jedes andere Shooting bei mir, nur mit noch mehr Rücksicht auf das Tempo des Hundes, weniger Action, weniger Ablenkung und so wie ihr es euch wünscht.
Wir reden vorher. Ich will wissen, wie es dem Hund geht, was er noch kann, was ihm Freude macht und was ihn stresst. Dann suchen wir gemeinsam eine Location, die zu ihm passt. Das kann der Lieblingswald sein, die vertraute Wiese, der Weg, den ihr jeden Tag zusammen gelaufen seid.
Beim Shooting gibt es kein Zeitlimit und keinen Druck. Wenn der Hund eine Pause braucht, machen wir Pause. Wenn er lieber liegt als steht, fotografieren wir das. Manche der schönsten Bilder entstehen genau in diesen ruhigen Momenten.
Shooting beendet – und dann?
Das entscheidest du. Nadine hat sich für ein gerahmtes Fotoalbum entschieden, das sie nach der Bildauswahl bei mir im Studio ausgesucht hat. Andere Kunden wählen einzelne Wandbilder oder ganze Galerien, die sie aufhängen. Es ist alles möglich und ich stehe dir mit Rat und Tat zur Seite.
Es gibt kein Richtig oder Falsch. Die Bilder sollen zu dir passen und zu dem, was dir dein Hund bedeutet.



Ein letzter Gedanke
Koda hat mich an dem Tag wirklich berührt. Dieser alte, langsame, neugierige Hund, der immer noch jeden Moment ausgekostet hat. Und Nadine, die drei Stunden gefahren ist, weil ihr diese Bilder so wichtig waren.
Solche Shootings erinnern mich daran, warum ich diesen Job mache.
Wenn dein Hund alt wird oder krank ist und du das Gefühl hast, dass die Zeit knapper wird: Schreib mir. Wir finden einen Weg.
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