eine Herzenserie von Julia Hartmann
Happycaps
Hundefotoshooting für Hunde mit Handicap – Geschichten, die zeigen, dass ein Handicap kein Hindernis für ein glückliches Leben ist.
Schon immer schlug mein Herz für die Tiere, die es vielleicht nicht so gut getroffen haben. Die aus schlechten Verhältnissen kommen, im Leben kein Glück hatten, die gesehen werden möchten, auch wenn sie nicht die 1A-Zucht aus Deutschland sind. Genau dafür gibt es die Happycaps: Hunde mit Handicap, deren Geschichten zeigen, was wirklich in ihnen steckt. Ein fehlendes Auge, gelähmte Beine, eine schwere Vergangenheit, das sagt nichts über ihren Charakter aus. Hier erzähle ich dir zwei Geschichten, die mich besonders berührt haben.
Happycaps | Kapitel 1
Shiba Inu Ari


Ari kenne ich schon länger, durch meine Arbeit in der Tierarztpraxis lief sie mir immer wieder über den Weg. Unser erstes Shooting fand im Winter statt, mitten im Schnee. Schon damals hatte sie mich mit ihrem Charakter komplett um den Finger gewickelt, eine kleine, selbstbewusste Hündin mit ganz eigenem Willen, genau das macht sie so besonders.
Dann kam der Tag, der alles veränderte. Von einer Sekunde auf die andere war Ari gelähmt. Für sie und ihre Familie brach eine völlig neue Realität an. Was mich dabei am meisten beeindruckt hat: wie bedingungslos sich Aris Menschen für sie aufgeopfert haben. Keine Sekunde Zweifel, einfach nur Liebe und Tatkraft.
Genau deshalb war es mir eine Herzensangelegenheit, Ari noch einmal vor die Kamera zu holen, dieses Mal mit ihrem Rollstuhl und ihrer ungebrochenen Lebensfreude. Viele Menschen haben mich gefragt, ob das überhaupt noch ein gutes Leben für einen Hund sei. Wer Ari einmal erlebt hat, weiß die Antwort sofort. Sie flitzt mit ihrem Rollstuhl durch jedes Gelände, war schon wandern in Österreich, teilweise im Rucksack getragen, und merkt selbst gar nicht, dass sie „anders“ ist als andere Hunde. Mittlerweile macht sie sogar Fortschritte: auf rutschfestem Boden läuft sie schon ein paar Schritte, und auf dem Unterwasserlaufband schafft sie ganze 25 Minuten.
Möglich ist das alles nur durch Aris Familie, Menschen, die ihr Leben komplett nach ihr ausgerichtet haben. Ari war für mich der erste Hund der Happycaps, und sie hat mir gezeigt, warum sich diese Serie lohnt.

Tapfere Kämpferin
Weil dein Rollstuhl dich nicht aufhält neue Wege zu erkunden.






Happycaps | Kapitel 2
Straßenhündin Tina
Tina wurde vor 5 Jahren als Straßenhündin in Rumänien gefunden und über die Tierschutzorganisation Notfellchen Rumänien nach Deutschland gebracht. Was sie vorher erlebt hat, weiß niemand genau, sicher ist nur, dass es kein leichtes Leben war. Kurz nach ihrer Ankunft musste ihr linkes Auge entfernt werden.
Trotz allem hatte Tina unglaubliches Glück, eine liebevolle Familie zu finden, in der sie sich von Anfang an wohlgefühlt hat. Mit ihren beiden Hundebrüdern Pablo und Cooper hat sie sich sofort verstanden, besonders zu Cooper hatte sie eine ganz innige, fast fürsorgliche Bindung. Als Cooper vor zwei Jahren eingeschläfert werden musste, hat Tina sich schützend vor ihn gestellt und ist danach oft an seinem Grab gewesen, um zu trauern.
Heute ist sie wieder ganz die Alte. Eine neue Hündin ist ins Rudel eingezogen, und Tina hat sie sofort willkommen geheißen. Sie merkt sehr genau, wenn es einem anderen Hund nicht gut geht, und kümmert sich dann liebevoll um ihn. Auch wenn sie mit dem Alter manchmal etwas sturer geworden ist und nicht immer Lust auf Gassi gehen hat, tobt sie im Garten trotzdem noch wie ein Welpe.
Für das Shooting durften wir mit freundlicher Erlaubnis am Schloss Freckenhorst fotografieren. Wenn ein Hund es verdient hat, in besonderen Bildern verewigt zu werden, dann Tina. Mit ihrer feinfühligen Art hatte sie mich im Handumdrehen um den Finger gewickelt. Trotz ihrer schweren Vergangenheit ist sie heute der ruhende Pol ihres Rudels, ein Beweis dafür, dass es sich immer lohnt, einem Hund eine zweite Chance zu geben, ganz besonders den älteren unter ihnen.








Ein Hund mit Herz aus Gold
Von der Straße auf die Couch.
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